Aktionen im Rahmen der Studentenproteste

Als die Berliner Regierung der Ansicht war, die studentischen Forderungen im Bildungstreik 2004 einfach zu ignorieren, verlegten wir den Protest kurzerhand auf Bundesebene und besetzten das Willy-Brand-Haus. Auch wenn dann vor Ort niemand mit uns reden wollte, weil wir 5(!) Minuten pleniert hatten, um die drei beteiligten Gruppen zu koordinieren, verbuchten wir die Aktion dennoch als Erfolg. Ich habe zusammen mit anderen aus Unzufriedenheit über die Politik der SPD, die ich für einen Verrat an Sozialdemokratischen Idealen halte, das Willy-Brand besetzt und wurde, da ich im Gegensatz zu vielen "Mitstreitern" nicht bereit war, mich bei der SPD zu entschuldigen, zu 15 Tagen gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Ich würde es jederzeit wieder machen .

Besetzer im Willy-Brand-Haus

Kurz vor Weihnachten 2004, nachdem alle Zeitungen ihr oberflächliches Geschwätz zum Studentensteik abgegeben hatten, besetzte eine Gruppe von unverbesserlichen den Offenen Kanal Berlin. In einer drei-Tage-Live-Rund-um-die-Uhr-Dauersendung konstituierte sich die Gruppe UniWut-TV auf dem OKB, die seitdem regelmäßig sendet. Die bereits nach wenigen Stunden herbeigeeilte Polizei wurde mit der Begründung, der OKB betrachte uns als Gäste, vom Gelände verjagt. Aus der Gruppe UniWut entstand die Fernsehschiene You ain't seen nothing yet .

Hausverbot und Hausfriedensbruch. Wegen Malzbier Druckansicht
Version: 2004-01-16 / Text: .rhavin en:Steve /
Zur Ringkundgebung "Haushalt kippen" wurde ein Malzbier urplötzlich zu einem Politikum und brachte mir ein Hausverbot in den Potzdamer-Platz-Arcaden nebst Ingewahrsamnahme durch die Polizei und Bekanntheit quer durch Deutschland ein;-)

Latexpflastersteine

Am 1. Mai 2005 stellten wir uns für die Fernsehsendung You ain't seen nothing yet mit einem Verkaufstand für "Latex-Pflastersteine" mitten auf die Oranienstraße in Kreuzberg. Damit gaben wir, Steine in die Luft haltend, das passende Bild für die Titelseite der "taz" am nächsten Tag ab. Die Gäste vom MyFest verstanden den Humor und kauften uns jede Menge Pflastersteine ab. Diese hatten wir die Woche zuvor aus Schaumstoff geformt, in Latex getränkt und mit Farbe bemalt. Das Ergebnis sieht verblüffend echt aus und lässt sich sogar echt aussehend werfen, obwohl diese Steine natürlich leicht und weich sind und niemanden verletzten können.

Latex-Pflastersteine-Standtaz-Titelbild vom 02. Mai 2005Latexstein

Der Tod zur Bundestagswahl 2005

jungewelt-Seite

Während des Wahlkampfes zur Bundestagswahl 2005 zogen wir in Sensemann-Kostümen durch Berlin und posierten an verschiedenen Orten (Gedächtniskirche, Neptunbrunnen, Bundestag und verschiedene U- und S- Bahnen) als lebendiger Bildwitz. Denn jeder von uns trug ein Schild vor sich mit der Aufschrift "Alles wird gut!", wobei auf dem Schild das SPD- und auf dem anderen das CDU-Logo zu sehen war. Die Logos selber waren ja zu dieser Zeit überall in der Stadt relativ kostenlos zu bekommen;-)
Wir wurden sehr oft fotografiert, unter anderem von der "Jungen Welt", die das Foto zu einem Bericht über die Verhandlungen zur Großen Koalition abbildete. Vor dem Neptunbrunnen drehte ein kleines Fernsehteam am Tag nach der Wahl einen Bericht über uns und die Reaktionen der Passanten vor Ort. Diese reichten von Empörung über Nichtverstehen bis zu heller Begeisterung.

Alles wird gut! (CDU)

Als wir uns mit unseren Kostümen rechts und links des Einganges auf die Treppe vor dem Reichstag stellten, prasselte ein regelrechtes Blitzlichtgewitter der Touris auf uns hernieder, welches anhielt, bis uns der Bundestagswachschutz vertrieb. Die herbeigeeilte Polizei erkärte uns dann, daß wir in der Bannmeile keine Aktionen machen dürften, ließ uns aber mit einer Verwarnung laufen. Und daß wir gegen die Bannmeilengesetzgebung verstoßen haben, tut uns selbstverständlich außerordentlich leid.

Alles wird gut! (SPD)

Geiz ist Scheiße

Weihnachtsrhavin

Passend zum "Heiligen Konsumterror" haben wir uns Weihnachtsmann-Kostüme gekauft und waren in der Stadt unterwegs. Unsere Tour führte uns durch die U-Bahn zum Weihnachtsmarkt am Zoo, wo wir vor dem Wasserklops posierten, bis wir auf jemanden trafen, der sich als 'Marktleiter' ausgab, und meinte, er habe hier das Platzrecht und würde uns des selbigen verweisen. Da er sich weder ausweisen noch sonstwie legitimieren konnte, mußte er warten, bis wir die Lust verloren und zum KaDeWe zogen.
Dort angekommen, haben wir in der Vorhalle vor dem großen Weihnachtsbaum einen Kollegen getroffen, der jedoch gekauft war und den Sicherheitsdienst herbeirief. Der Aufforderung, das Gebäude zu verlassen, kamen wir natürlich nach, die Frage, ob wir irgendwelche Drogen genommen hätten, haben wir auch noch beantwortet (es war gestern ein Glas Rotwein, 2006er Primeur, sehr lecker!), das Angebot des (Russen-Mafia?) Sicherheitsmannes, sich umzuziehen und mich (.rhavin ) dann niederzuboxen habe ich aber höflichst abgelehnt.

Weihnachtsjerrah

Weiter ging es zum "Schoß" am U-Bhf. Rathaus Steglitz, wo wir uns auf den Gehweg vor dem Gebäude stellten. Ein herbeieilender Sicherheitsmann (sehr freundlich und umgänglich, Lob an dieser Stelle!) sagte uns dann, bis wohin das Grundstück reicht und daß wir auf selbigem nicht erwünscht seien. Außerdem stand vor dem Eingang noch ein Glühweinverkäufer, dem mein Gebimmel auf den Keks ging. Ich hab dann weniger gebimmelt. Kurze Zeit später kam der Chef und behauptete, der gesammte Bürgersteig gehöre zum Schloß und wir könnten uns doch bitte (Zitat:) "...auf der Straße überfahren lassen." Wär ihm egal. Als ich ihm dann erklärte, daß in dem Fall die Senatsbauverwaltung bestimmt ein Hinweisschild angebracht hätte, zog er wieder ab und kam erst nach ca. 10min wieder.
inzwischen hatte sich der Glühweinverkäufer auch wieder beruhigt, da ich die Weihnachtsglocke weggepackt hatte und die neue Version des Chefs war nun, daß wir im Bezirk Steglitz-Zehlendorf für das Verteilen von Flyern eine Genehmigung bräuchten und er diese nun sehen wolle, ansonsten würde er sich als Anwohner gestört fühlen und uns anzeigen. Darauf hätte ich mich gern eingelassen (denke nicht, daß er damit vor Gericht durchgekommen wär) aber Jerrah wollte unsere Aufnahmen für unser Weihnachtsalbum nicht gefährden und so zogen wir dann weiter zum Alex, wo unsere Aktion auch endete.
Die passenden Fotos reichen wir noch nach, den Text unserer Flyer verraten wir euch schonmal:

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