![]() | ||
frühe Kindheit | ||
Unsanft aus den pränatalen Träumen gerissen wurde ich am 29.06.1975, als es plötzlich hell wurde. Meiner Mutter war bei einem Sturz von einer Leiter die Fruchtblase geplatzt und ich wurde auf die wohl bequemste Art (für ein Baby) zur Welt gebracht: per Kaiserschnitt. | ||
Meine Zeit in Ostberlin, als meine Familie noch 'ungeteilt' war, war toll. Ich fand im Kinderwagen sitzen und mich kutschieren zu lassen doof und konnte schon sehr früh laufen. Meinen ersten und zweiten Geburtstag verbinde ich mit einem aus einem roten, gelben und blauen Holzring bestehenden Kerzenhalter - der eine Ring hatte eine Kerze, der andere zwei und der dritte vier (womit man nach binärer Logik bis sieben kam) und ich wollte immer, daß meine Mutter alle Kerzen anzündet, weil ich die so toll fand. Ich fand 'ne Menge toll, zum Beispiel auch meine Schale mit doppeltem Boden, die einem Plastikfische in blauer Flüssigkeit offenbarte, wenn man seinen Teller leergegessen hatte. Ich erinnere mich noch gut an die riesigen Treppenstufen der Straßenbahnen, den Weg zu meiner Krippe und die Bauklötzer, mit denen ich immer gespielt habe. Warum andere sich an ihre ersten Jahre nicht erinnern können, ist mir schleierhaft. | ||
1977 - als ich 2 1/2 war - bin ich von meiner Mutter im Zuge einer damals so genannten 'Familienzusammenführung' mit in den 'goldenen Westen' (wo mein Vater lebte) genommen worden. Wir zogen zuerst in ein Wohnheim im Roseneck, einem großen Gebäude mit einem beeindruckendem Lichthof. Ich hab mich immer gefragt, was über der Glasscheibe war und habe irgendwann den Weg auf das Dach gefunden, wo meine etwas panische Mutter mich dann wieder runtergeholt hat. Meine Ma und ich zogen dann nach Charlottenburg an den Jakob-Kaiser-Platz, wo wir - laut meinem Vater - erstmal provisorisch leben sollten; meine Mutter lebt dort noch immer. Leider hatten die beiden nie geheiratet - eines Mißverständnisses wegen, welches erst nach dem Tod meines Vaters aufgeklärt wurde. Mein Vater Heinz Engler war der Berliner Generalvertreter der Feuersozietät (einer Versicherungsgesellschaft) und war mit Margot Engler verheiratet. Ich war also ein uneheliches Kind. Da der Rest meiner Familie im Zweitweltland des Versuchssozialismus zum Abgewöhnen blieb und für westberliner Kinder kaum Reisebeschränkungen in die DDR galten, hab ich den Bonus, sozusagen beide Seiten der Mauer zu Genüge betrachtet zu haben. Ich bin noch heute für Wessis 'n Ossi und für Ossis 'n Wessi ;-\. | ||
Kindergarten | ||
Meine Kindergartenzeit verbrachte ich mit basteln, dem 'Tierschutzverband-Charlottenburg-Nord' (4 Mitglieder, eins war ich) und der ständigen Flucht vor Fußball und ähnlichen Gruppensportarten, welche mir - im Gegensatz zu meinen Freunden - nie gefielen. Als man mich bat, dann doch mal bei einem Fußballspiel mitzumachen, überraschte ich wegen völliger Regelunkenntnis meinerseits meine Mitleidenden im Kindergarten mit einem Dutzend noch eben schnell ausgeschnittener roter und gelber Pappkarten - ich dachte, die brauche ich dafür. In eben jenem Kindergarten wurde mir auch bewußt, daß man ein breites Kreuz braucht, wenn man für andere seinen Kopf hinhält. Meine Kindergartenliebe Anke trug in einem ihrer Schuhe eine Einlage, die sie auf einmal nicht mehr wiederfand und sagte unseren Erziehern, daß ihr die wohl von irgendjemandem geklaut worden wäre, worauf der gesamte Kindergarten befragt wurde - ich natürlich auch und da ich davon nix wußte, hab ich das auch so gesagt. Als sie ihre Einlage dann doch gefunden hatte, war es ihr peinlich zuzugeben, daß sie umsonst Alarm geschlagen hatte, und bat mich, zu sagen, ich hätte sie versteckt, um sie zu ärgern. Liebe macht ja bekanntlich blöd - jedenfalls habe ich mich darauf eingelassen und sah mich auf einmal allen Erziehern unseres Hortes gegenüber, die mir erklärten, daß man nicht Lügen darf etc. | ||
In eben jenem Kindergarten hatten wir ein Buch mit dem tollen Titel 'Zeig mal' - im Prinzip eine Ansammlung pornographischer Hochglanzbilder, die wir natürlich nachzustellen versucht haben. Ich frage mich bis heute, wer solche Bücher in einen Kindergarten legt. Obwohl ichs ja nie bereut habe;-) | ||
So irgendwann zwischen Kindergarten und Grundschule fing auch mein Interesse für die Naturwissenschaften an, in der Schule dann 'Sachkunde'. Ich hatte schon allerlei Elektronik-Bastelkästen von meiner Verwandtschaft bekommen, mit denen man Ampeln, Radios und ähnliche Meilensteine frühkindlicher Technikhörigkeit bauen konnte. Und natürlich muß ich hier auch mal Werbung für Legosteine machen. Von meinem Vater bekam ich eine Märklin-Eisenbahn. Meine Mutter muß sehr unter mir gelitten haben, weil ich quer durch die ganze Wohnung Gleise gebaut habe. Wer mal mit Socken auf ein H0-Gleis getreten ist, weis, was ich meine. | ||
In meiner Grundschule wurde ich ein eine Klasse gesteckt, in der zwei Sitzenbleiber waren, deren einer (er besuchte zum dritten Mal die erste Klasse) auch prompt nach der ersten Stunde des ersten Schultages blökte: "Wer in meine Bande will, setzt sich auf die Heizung im Korridor. Ich fand es bewundernswert, wie einige Mitschüler wie die Blöden zur Heizung gerannt sind und hab mich da auch hingesetzt. Als ich gefragt wurde, ob ich auch in die Bande will, habe ich gesagt, daß ich mich nur gern auf die Heizung setzten wollte. Ich wurde dann erstmal verprügelt. | ||
Mein Gerechtigkeitssinn wurde schon früh in drakonische Bahnen gelenkt. Als meine Lehrerin - Frau Elkan - mich einmal für eine Ruhestörung tadelte, die ich nicht verursacht hatte und mich nach meinen Widerworten am Hals packte und vor die Tür setzte, hab ich ihr in der nächsten Stunde das Schlüsselbund vom Pult geklaut und im Gully auf dem Hof versenkt. Es mußten dann angeblich in der ganzen Schule die Schlösser ausgetauscht werden. | ||
Teenagerliebe | ||
Dämlicherweise verschlug es mich auf ein humanistisches Gymnasium - das Goethe-Gymnasium in Berlin-Wilmersdorf: Eliteschule, Zeckenhaufen, Gehirnwaschanstalt oder zumindest irgendwas dazwischen. Latein und Altgriechisch haben es mir immerhin ermöglicht, am Ende der Klassenstufe mehrmals meinen Bekanntenkreis zu erweitern. | ||
Mein Vater hatte immer sehr viel geraucht und wurde mehrmals wegen verschiedener Krebsarten operiert. Seine Stimme kenne ich nur als das Computergeräusch seines Sprechgeräts, welches er seit seiner Kehlkopfentfernung hatte. Er lebte in einer Doppelhaushälfte mit seiner Frau - sie oben, er unten; die beiden verstanden sich nicht gerade gut und meine Existenz war ihr sowieso ein Dorn im Auge. | ||
Ungefähr auch in der Zeit wurde ich auf den Namen Toke getauft und in die Sippe Bussard des Pfadfinderstammes Normannen aufgenommen. Dort lernte ich die Natur aus einem mir bis dahin völlig verschlossenen Blickwinkel kennen. Abgesehen vom Wandern auf endlosen Straßen, schlafen am Lagerfeuer und Baden in glasklaren Bächen lernte ich auch die Girarrenmusik schätzen, allerdings war mein Umgang mit Instrumenten damals noch ein wenig verbesserungswürdig: der Gitarre eines Rovers brach ich den Hals, als ich eine Zugtür zuknallte ohne hinzusehen, in eine weitere bin ich aus Versehen hineingetreten und jemand hatte mal die kluge Idee, auf unseren Teppichhaufen im Jugendheim obenauf ein Banjo zu legen und dann hat irgendein Depp noch einen Tepich darauf geschmissen. Als ich dann einen Teppichhaufen erblickte und draufsprang, war aus unerfindlichen Gründen plötzlich unser Banjo hin... | ||
Leider war ich damals noch ein sehr kontaktscheuer Mensch, und als unsere Sippe aufgelöst wurde, weil einige für ein Jahr nach Amerika gingen und andere das Interesse verloren, verließ ich die Pfadfinder wieder, eine Entscheidung, die ich noch heute bereue. | ||
Als ich zwölf wurde, bekam ich ein tolles Geburtstagsgeschenk: meinen ersten Computer, einen Atari 1040STF. Mit EINEM Megabyte Speicher!!! Und Diskettenlaufwerk! Nach den ersten Gehversuchen in ST-Basic fand ich schnell zu der Sprache, die damals in allen einschlägigen Magazinen der Renner war: GFA-Basic (Das is' sowas wie Pascal mit C-, Assembler- und Basic-Einflüssen) und programmierte seitdem fleißig in meiner Freizeit (inzwischen auch in anderen Sprachen). | ||
In den ersten Jahren auf dem Gymnasium waren meine wichtigsten Freunde Florian König, Andrej Großmann und Martin Kirves, welche mich zum Rollenspieler machten. Angefangen haben wir mit "Das Schwarze Auge" auf einer Klassenfart in der fünften Klasse, später kamen dann AD&D, MERS und Battletech dazu. Auf der Klassenfahrt habe ich zum ersten mal "Nummer Fünf lebt (Short Circuit)" und "Dirty Dancing" gesehen und sehr darunter gelitten, daß ich nicht gerade der Typ war, den die Mädchen interessant fanden. Untertroffen wurde ich auf der weiblichen Attraktivitätsskala nur durch einen Jungen, der bei den Schöneberger Sängerknaben war und der heulend zu unserem jeden morgen Bierflaschen aus seinem Bungalow tragendem Klassenlehrer Herrn Darsow rannte, weil die Mädels ihm Tampons, Binden und ein aufgeblasenes Kondom auf den Schlafanzug klebten. | ||
1988 habe ich meinen Vater verloren. Ich lag bereits im Bett, konnte nicht schlafen und bin zu meiner Mutter ins Zimmer gegangen, um ihr zu sagen, daß wir meinen Vater finden müssen. Ich weis nicht, woher ich das wußte, aber es war mir klar, daß es dringend ist. Wir haben dann seine Frau wachgeklingelt, die uns sagte, sie wüßte auch nicht, wo er gerade sei. Daß er zu diesem Zeitpunkt bereits im Rudolph-Virchow-Krankenhaus lag, wußte sie. Wir haben dann alle Krankenhäuser abtelefoniert und sind fündig geworden. Man sagte uns: "Kommen Sie schnell!" Als wir dort ankamen, war er noch bei Bewußtsein. Und hier machte ich einen Fehler, den ich mir bis heute nicht verziehen habe und den ich mir auch nie verzeihen werde: Mein Vater hat sich immer an den Mund gedeutet und wir dachten, er wolle etwas zu trinken haben. So haben wir ihm dann immer die Lippen befeuchtet. Seine letzte Geste war, daß er die Hand meiner Mutter und meine aufeinander gelegt hat und mir wurde erst nach seinem Tod klar, warum er immer auf seinen Mund gedeutet hatte: er wollte sein Sprechgerät, um uns noch etwas zu sagen. | ||
Inzwischen hatte seine Frau seine Wohnung aufgebrochen und das Testament (mein Vater wollte mich als alleinigen Erben) vernichtet. Die Feuersozietät wollte sich an der Beerdigung beteiligen, aber sie verbat jegliche öffentliche Trauerfeier, setzte eine anonyme Beerdigung durch und erwirkte eine einstweilige Verfügung, die es der Kirche verbat, anderen (und damit uns) Ort und Datum mitzuteilen. Daß wir an der Beerdigung meines Vaters teilnehmen konnten ist nur der Tatsache zu verdanken, daß der Priester die Gerichtsverfügung nicht mit seinem Glauben vereinbaren konnte. Der Song Call my Name ist meinem Vater gewidmet. | ||
Meine Mutter fand später einen Brief hinter ihrer Kommode im Korridor, der wohl mal auf der Kommode gelegen haben muß und unbemerkt dahintergefallen ist. Er war von meinem Vater: Er wollte sie heiraten und sich von seiner Frau scheiden lassen - sie hätte nur ja sagen müssen... | ||
Mein Glück mit Frauen pendelte sich inzwischen bei einer konstanten Null ein. Als wir mit der Klasse auf dem Ijselmeer gesegelt sind, wurde ich aus der Kabine, die ich mir mir Julian Hastigsputh und Ludwig Prinz zu Hohenlohe-Langenburg teilte, herausgeworfen, weil ein paar Mädels - unter anderem meine damals Angebetete - mit den beiden Party machen wollten. Mir wurde gesagt, wenn ich auch rein will, soll ich erstmal ein Kondom besorgen. Ich bin dann über die Reling gesprungen (wir lagen vor Anker), bin in die nächste Kneipe rein und habe (in Holland, auf Deutsch) in den Raum gerufen: "Entschuldigung, ich brauche dringend ein Kondom!" Ein Rocker am Tresen gab mir eines mit den Worten: "Viel spaß damit." Als ich wieder an Bord war und (ja, ich war etwas naiv) überglücklich an der Tür zu meiner eigenen Kabine klopfte, wurde mir dann das Kondom abgenommen, ich wurde ausgelacht und die Tür wurde wieder zugeknallt. | ||
Als ich die Klasse wechseln mußte, weil meine Kenntnisse in Alt-Griechisch auf der Skala von 1 bis 6 eher totem Wiesel entsprachen, freundete ich mich mit Beate an, die mir ein Mädchen aus ihrem Haus vorstellte: Isabelle, meine erste Freundin und Musikerin. Ich denke, jeder sollte mal das akustische Erlebnis eines nach einem Streit mit den Eltern wütend Geige spielenden Mädchens genießen... | ||
Die erste Nacht in einer Zelle | ||
Als ich mit Martin Kirves in meinem Zimmer saß und wir nicht so recht Bock hatten da rumzusitzen, beschlossen wir, zur Olbersstraße am Bhf. Jungfernheide zu gehen, wo gerade Häuser saniert wurden. Unser Plan sah vor, in einen Dachstuhl über die Baugerüste zu gehen und dort bei Bier und Kerzenschein Rollenspiel zu machen. Also packten wir meinen Werkzeugkasten ein und kletterten auf das Baugerüst eines Hauses, welches wir für leerstehend hielten. Oben angekommen, bemerkte ich einen roten Sportwagen, der schon zum zweiten Mal durch die Straße fuhr, obwohl noch Parkplätze frei waren. Ich sagte dann zu Martin: "Laß uns verschwinden" und wir kletterten wieder runter. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wußten, war, daß sich eine alte Dame von der Hausverwaltung nicht hat herausklagen lassen und als Einzige in dem sonst leeren Haus wohnte. Und die hat die Bullen gerufen, als sie uns vor ihrem Fenster sah. Als wir unten angekommen sind, fuhren gerade an beiden Enden der Straße jeweils zwei Wannen vor und Bullen mit Schlagstöcken stürmten auf uns zu. Mit einer Häuserfront auf der einen und einem Zaun auf der anderen Seite war wegrennen zwecklos. Wir wurden gegen die Autos geworfen: | ||
| Polizei: | Wo is der Rest von Eurer Bande? | |
| .rhavin: | Welcher Rest? | |
| Polizei: | Für die Aussage müßt' ick Dir eigentlich erstmal eins auf die Fresse haun. | |
Wie sich später herausstellte, hatte eine Bande Rumänen die Gegend seit einigen Tagen unsicher gemacht, und wir mit unseren blonden Haaren und blassen Gesichtern wurden sofort für welche gehalten. Wir wurden dann zum Sophie-Charlotte-Platz gefahren und kamen einzeln in einen Raum mit zwei Bullen. Meine Version ging so: | ||
| Bulle 1: | Ausziehen, Schnürsenkel raus! | |
| .rhavin: | OK. (zieht sich aus) Warum soll ich denn die Schnürsenkel raus machen? | |
| Bulle 2: | Damit ham sich schon welche in der Zelle erhangen. | |
| Bulle 1: | Und wenn der Kollege sagt, du sollst die Schnürsenkel raus machen, dann hast du die Schnürsenkel rauszumachen. | |
Der Erste war offensichtlich Vogone. Martins Version war auch geil: | ||
| Bulle 1: | Ausziehen, Schnürsenkel raus! | |
| Martin: | (schlägt die Hacken zusammen und salutiert) Jawohl Herr Obersturmbannführer! | |
Ich hab dann wildes Geschrei gehört und Martin wurde erstmal mißhandelt. Ich wurde in Unterwäsche in eine Zelle gesteckt, in der die Kotze von der Wand lief und die Klimaanlage auf Arktis gestellt war, Martin kam in eine Zelle, in der Zentimeterhoch die Pisse stand. Nach 11 Stunden haben sie uns freigelassen, weil sie uns sonst hätten verpflegen müssen. | ||
Lehrjahre sind... scheiße | ||
Das Gymnasium hab ich dann mit Realabschluss erstmal verlassen und eine Ausbildung zum 'Industriemechaniker für Maschinen und Systemtechnik' (man kann auch Maschinenschlosser dazu sagen, aber das klingt nicht so wichtig;-) bei der SIE*ENS AG (Name unkenntlich gemacht) begonnen. Ich wollte ursprünglich eine elektronische Ausbildung machen, jedoch führte meine Grün-Blau-Sehschwäche dazu, daß ich durch den Farbtest fiel. Alle anderen haben einfach beschissen und sind durchgekommen, aber ich war mal wieder zu ehrlich. | ||
Im ersten Lehrjahr hatte ich eine folgenschwere Begegnung: Ich habe schon immer nebenher kleine Gedichte geschrieben; nun traf ich auf jemanden, der gerade an der Werkbank saß und über einem Songtext brütete. Sein Name war Mathias und er kam bei einer Stelle nicht weiter. Ich weis nicht mehr wie der Text war, aber meine Idee schien ihm zu gefallen, jedenfalls kamen wir ins Gespräch: | ||
| Mathias: | "...Lass uns zusammen Musik machen!" | |
| .rhavin: | "Ich kann kein Instrument spielen." | |
| Mathias: | "Kauf dir 'nen Bass. Is einfach..." | |
Ich fand die Idee so klasse, daß ich's tat (einen Ibanez BK 4-String). Und kaufte gleich noch 'ne Gitarre; Wir schrieben das Jahr 1993 und ich hatte mit 18 Jahren endlich das Musikmachen für mich entdeckt. | ||
Lebe deinen Traum! | ||
Auch wenn die Sache mit Mathias nicht klappte, der Grundstein war gelegt und ein Schulfreund (Güney) reif mich eines Tages an und sagte, er habe da eine Band und ... sie suchten einen Bassisten - damals hatte ich den Bass schon 3 mal seit Auspacken in der Hand gehabt und sagte natürlich sofort zu. Die Band hieß zuerst 'Hard of Hearing', dann 'Halfcast' und dann 'Pretend to Fake' und wurde im Haus der Jugend in Berlin-Zehlendorf gegründet. Hier traf ich das erste Mal auf Peywand . Nur irgendwie kam keiner der vielen Drummer, die diese Band hatte, längere Zeit mit unserem Rhythmusgitarristen klar. Also wurde aus 'Pretend to Fake' die Band 'Seed' - mit festem Drummer und einem Rhythmusgitarristen weniger;) | ||
Zu der Zeit hat mich Patrik, ein Freund, den ich bei meiner Lehre kennenlernte, Tania vorgestellt, in die ich mich auch prompt verliebte, was dann den damaligen Freundeskreis etwas belastete, weil Sie gerade mit meinem Freund Ramon zusammengekommen war. Er ist mir heute noch dankbar, das ich sie ihm ausgespannt habe, ich fühle mich noch immer deshalb ein wenig schuldig - mögen andere über uns richten... | ||
Mit Peywand hab ich mein erstes Konzert außerhalb Berlins gehabt - in Hagen, auf einem internationalen Musiker-Camp mit allerlei Workshops. Für uns Berliner damals völlig unverständlich haben die Hagener Geschäfte eine Mittagspause gemacht und den Laden einfach dicht gemacht - mit allen Auslagen draußen vor der Tür! Als dann am nächsten Tag das halbe Camp neue Klamotten hatte, haben sie das gelassen. In Hagen hab ich damals auch meinen Geburtstag gefeiert und ein Mädchen - ihr Name war Lydin - schenkte mir 'sich'. Da ich 'etwas' angetrunken war, bin ich eingeschlafen, als sie nur mal kurz zur Toilette wollte. Sie hat dann den Rest des Camps nicht mehr mit mir geredet. | ||
Peywand schleppte mich dann mal mit in die Katakomben des Flughafens Tempelhof, wo er noch eine weitere Band hatte. Ich lernte Robert und Kalle kennen und sie suchten ein Bassisten. Ehe ich michs versah war ich der Bassist der Band Cord , mit der ich meine ersten bezahlten Gigs hatte und mit der ich im Interzone-Studio in Berlin drei Songs aufnahm: Yannik, Wie steht's mit dir? und Kannst Du's nicht versteh'n? . Leider mußte zeitgleich meine damalige Freundin Moghidien in's Krankenhaus - ein Aufenthalt, der sich fast ein Dreivierteljahr hinzog und sie auch (leider, aber wohl kaum vermeidbar) sehr veränderte. | ||
Robert kam aus 'ner Film-Familie und ist in kürzester Zeit die Karriereleiter zum Setaufnahmeleiter raufgefallen, wodurch keine Zeit mehr für die Band blieb. Leider. | ||
Ich war inzwischen Jugendvertreter bei SIE*ENS (Name unkenntlich gemacht) und hab mich regelmäßig mit dem mir viel zu laschen Betriebsrat und der profitgeilen Geschäftsleitung angelegt und war für die IG-Metall engagiert. Die Lehre hab ich abgeschlossen, dem Laden den Rücken gekehrt und mein Abitur am Berlin-Kolleg nachgeholt. Dort lernte ich Didi kennen und wurde von ihm mit der Band Galvano bekannt gemacht. Sie suchten einen Bassisten. | ||
So zu dieser Zeit muß mir Marion begegnet sein. Ich arbeitete auf dem Fledermausfest in der Zitadelle Spandau, welches damals noch nicht von diesem CDU-Verein 'BAT' geleitet wurde, und traf im Fledermaus-Schauraum ein Mädchen, welches mich sofort bezaubert hat. Sie war leicht erkältet und hatte Halsschmerzen, also bin ich nach Haus gefahren, hab meinen gemacht und bin mit einer Thermoskanne in der Hand bzw. U-Bahn wieder zur Zitadelle gefahren. Unsere Beziehung war glücklich, konnte aber nicht der höheren Anziehungskraft wiederstehen, die das weibliche Geschlecht auf Sie hatte. Dennoch ist sie für mich noch immer eine gute Freundin und den Song Die Fledermaus habe ich für sie geschrieben. | ||
In Galvano stieg dann auch der musikalische Anspruch. Während es bei meinen bisherigen Bands noch unter 20 Songs waren, waren es nun auf einmal über 60. Da waren viele Coversongs dabei, aber Didi und Punky komponierten auch fleißig, unser Blues-Harper Tino steuerte ein paar Songs bei und von mir wurden auch welche ins Programm genommen. Galvano war die Band, die mich singen lehrte, insbesondere Didi , der von mir astronomische Falsett-Höhen und ständige Stimmenwechsel verlangte, was mich damals etwas nervte, wofür ich ihm aber heute dankbar bin. | ||
Ein Freund von mir aus Siemensstadt hatte im dortigen Jugendhaus einen Bandraum und... nunja, sie suchten einen Bassisten. Die Band hieß 'Drux Bunny', wurde mehrmals umgebaut und wurde dann zu Fairytale . Das Programm war eher rockig, mit einigen Covers und einer Version von Wenn die Nacht beginnt , der ich noch immer nachtrauer, weil der Song zum erstenmal so klang, wie er klingen sollte. Die Band war recht stabil - bis es zwischen der Rhythmusgitarristin Judith und mir kräftig funkte. Wie das halt so is. Leider haben unser Gitarrist Markus und unsere Sängerin Anina dann ein Vollzeitstudium der Zahnmedizin begonnen und hatten keine Zeit mehr für uns. Als dann auch noch die Beziehung zwischen mir und Judith scheiterte (woran hauptsächlich mein Dickkopf und mein ziegelsteinmäßiges Einfühlungsvermögen schuld sind), war's mit Fairytale erstmal vorbei, und ich vergrub mich, um erstmal ein Jahr lang meine Wunden zu lecken. Seither suche ich eine Band, in der ich nicht nur meine Balladen, sondern auch meine Rocknummern unterbringen kann. | ||
Ich hab mich dann an der Technischen Universität immatrikuliert für die Fächer Mathematik und Informatik. Als der Studentenstreik losging, war ich natürlich auch mit dabei und hatte endlich wieder die Perspektive, in diesem Land etwas verändern zu können. (Siehe hierzu auch Politische Aktionen ). Wir haben auch den Offenen Kanal Berlin besetzt, eine Aktion, aus der die Fernsehsendung You ain't seen nothing yet hervorging. | ||
Irgendwann bin ich von einem Freund meiner Freundin Kerstin (in diesem Fall ein weiblicher Freund, die dt. Sprache ist was das anbelangt ja totaler Mist!)angerufen worden. Um es kurz zu machen: die Band hieß Sons of Twighlight und bietet mir seitdem die Möglichkeit, mal auf der Bühne ein wenig abzuhotten. Allerdings ist die Band ziemlich monokulturell eingestellt was die Texte anbelangt, eine Tatsache, die mich als Singer-/Songwriter noch nicht gerade fest an dieses Projekt bindet;-( | ||
Inzwischen hatte ich mich mit Punky verkracht und Galvano brauchte einen neuen Schlagzeuger. Hexe machte mich mit Gabi bekannt. Kurz danach sagte mir wizard , der Gitarrist der Sons of Twighlight , daß ein Freund von ihm ein Konzert hätte und wir da "Anwesenheitspflicht" auf der Party hätten. Und auf dieser Party traf ich Jerrah . |